Altersarmut und soziale Gerechtigkeit im Kontext der Rentenreformen


-ein Projekt der Ökumenischen Aktionsgruppe Dresden –

Mit der Tagung „Die Rente ist sicher – Für wen? Wie hoch? Und wann?“ endete am 17. Januar 2015 ein einjähriges Projekt der Ökumenischen Aktionsgruppe Dresden (ÖAD).

Rente

uschi dreiucker / pixelio.de

Begonnen hatte es mit Gesprächsabenden in fünf verschiedenen Dresdner Kirchgemeinden, bei denen die Teilnehmenden zum Auftakt u.a. den nachfolgenden Betroffenenbeitrag hören konnten: „Ich wünsche mir für meinen Lebensabend nicht mehr, als dass ich möglichst lange in meiner eigenen Wohnung leben kann, eine gute medizinische Versorgung habe und dass ich mir hin und wieder eine Reise zu meinen beiden Söhnen leisten kann. …“ Wenn die Dame, die diese bescheidenen Wünsche äußerte, in mehr als zehn Jahren in Rente geht, werden – genau wie sie – mehr als die Hälfte der sächsischen RentenanwärterInnen das Sozialamt aufsuchen, weil die zu erwartende Rente unter dem Grundsicherungsbetrag liegen wird.

Daran möchte man nicht denken und auch nicht über Änderungsmöglichkeiten nachsinnen, denn die Absenkung des Rentenniveaus sei wegen des demografischen Wandels ohnehin „alternativlos“, verheißen uns die Medien und die Regierung.

Ist sie das wirklich in einem Land, das wirtschaftlich besser dasteht als alle anderen in Europa? „Die deutsche Wirtschaft ist zu Jahresbeginn kräftig gewachsen, die Bundesrepublik bleibt damit Europas wirtschaftliches Zugpferd. …“, so informierte die FAZ-Wirtschaft vom 15.5.2014 unter Berufung auf das Statistische Bundesamt – zu einem Zeitpunkt, an dem die ÖAD gerade ihre ersten vier Gesprächsabende über Altersarmut durchgeführt hatte.

Die Frage nach Alternativen zur Absenkung des Rentenniveaus treibt die Mitglieder der ÖAD, die Initiatoren des hier beschriebenen Projektes, um.

„Aus christlicher Verantwortung wollen wir gemeinsam mit Bürgern, die sich für menschenfreundliche Verhältnisse engagieren, unsere Stimme erheben für eine von Gerechtigkeit und sozialer Verantwortung geprägte Gesellschaft …“, heißt es im Editorial auf ihrer Homepage1 . Der von der Politik in Kauf genommene und mit den Rentenreformen ab 2001 in Gesetzestext gegossene Anstieg der Altersarmut, der bereits heute spürbar ist und perspektivisch ein dramatisches Ausmaß annehmen wird, kann von den Akteuren der ÖAD nicht hingenommen werden.

Den Gesamtbericht können Sie hier lesen und herunterladen.